PA mit der GI46b...es geht auch klein!
Allen Unkenrufen zum Trotz: Ich kann auch klein! ;-)
Die GI46b ist eine moderne Form der GI7b. Sie hat etwas dickere Kontaktringe und einen feinlamelligen Anodenkühlkörper. Die Anodenverlustleistung beträgt ebenfalls 350W. Es ist eine Scheibentriode und sehr robust. Bei dieser PA bin ich bewusst Kompromisse bei der Dimensionierung eingegangen, da sie nicht Dauerstrich-fest werden sollte. Die Idee kam mit der Veröffentlichung der TY-900 von DL7DF mit der GU74b. Leider waren meine GU74 allesamt müde, und ich bekam nur miserable Wirkungsgrade zusammen. Ich schob es auf den gedrängten Aufbau. Der Einbau der GI46 schaffte aber Gewissheit: Am Aufbau lag es nicht! Ich bekomme mit der GI46 auf den unteren Bändern Wirkungsgrade um die 70%! Das ist fast schon zu hoch, aber der Input wird bei den Triodenkonzepten ja "durchgereicht", was den Wirkungsgrad somit etwas beschönigt.
Der kompakte Aufbau ist nur durch einen Trafo zu realisieren, der alle Spannungen beinhaltet. Diesen stellte Trafo Baule für das TY-900 Konzept her. Ich habe meinen von DG9DCH. Die Qualität ist sehr gut, dirch Vakuum-Tränken erhält man einen sehr zuverlässigen Trafo. Mittlerweile sind diese Trafos auch von anderen Herstellern erhältlich.
Der Trafo hat zwar nur 700 VA, macht das Überlasten in den Spitzen aber locker mit. Der Lüfter hinter dem Trafo läuft ganz langsam mit, wodurch er völlig kalt bleibt.
Ich staple 3 Platinen übereinander: HV-Board, PTT Board mit Softstart und oben ein Trioden-Board für die Vorspannungserzeugung.
Hier die PA von vorne:

Und hier von oben bei geöffnetem Deckel:

Die Röhre ist im Liegen montiert und wir nur durch einen Axiallüfter 120x120mm (Papst mit Metallflügelrad) gekühlt. Da diese Lüfter keinen Druck aufbauen, muss die Luft nach hinten abgesaugt werden. Einblasen funktioniert nicht. Der Lüfter ist im Empfang in der Drehzahl reduziert (Widerstände auf dem Trafo), beim Senden darf er voll loslegen. Der Anodendrehko ist Eigenbau, der 350 pF Antennendrehko stammt vom Funkamateur Bauteilservice (leider nicht mehr zur Verfügung) und hat 700 pF bei 1,4 KV (reicht also dick). Auf 80m schalte ich einen Fest-C zu. Die PA kann kein 160m. 10 und 12m werden mit einem gemeinsamen Anzapf an der Pi-Filter Spule betrieben. Somit reichte ein Band-Schalter mit 7 Schaltstellungen. Kein Spielzeug einbauen wie bei den meisten kommerziellen PA's dieser Größe! Die Spule ist auf 2,5mm versilbertem Kupferdraht. Etwas knapp auf den höheren Bändern....ein Preis den ich für die Kompaktheit bezahlte! Auf 10m sinkt der Wirkungsgrad dadurch schon deutlich auf knapp über 50%. Damit kann ich leben. Als "Eingangskreis" verwende ich einen 10 nF C zum Aufkoppeln auf die Röhre und einen 150 Ohm Schluckwiderstand gegen Masse. Das ergibt ein Eingangs-SWR von ca. 1,5 und erhöht den erforderlichen Input auf 40W. Auf den unteren Bändern kommen ca. 650W, auf den oberen Bändern (15-10m) ca. 550W.
Die PA hat mit Halbleiter angesteuerte Vakuum-Relais RJ-1A von Jennings, wodurch sich sehr schnelle Umschaltzeiten bei wenig Geräusch ergeben. Die beiden Drosseln sind die sog. "Überlebensdrosseln". Ich hab sie auf der Pi-Filter Seite als Kurzschluss für die Anodenspannung für den Fall dass der Anoden Trenn-C versagt, und auch direkt an der Ausgangs-Buchse um evtl. Aufladungen der Antenne abzuleiten:

Man sollte auch nicht vergessen nach der Röhre einen VHF-Surpressor (UKW-Falle) einzubauen. Die GI46 geht bis 2 GHz, d.h. man muss Maßnahmen gegen VHF Schwingungen ergreifen und diese mit Widerständen bedämpfte Drossel (hier nur ein Bügel) einbauen:

Interessant ist dass die Röhre annähernd gleiche Parameter hat wie 2x 572b, wie sie in vielen kommerziellen PA's wie z.B. der Yaesu FL-2100Z, Heathkit SB-200 oder dgl. verbaut sind. Wer also diese "Glaspflunzen" satt hat: Hier ist die Idee für einen Umbau.....