Infos über Amateurfunk und sonstige Basteleien

Nachbau einer historischen Armbrust

Neben den Amateurfunk Basteleien habe ich eine Schwäche für alte Handwerkskünste. So habe ich meinen Spaß an guten mittelalterlichen Märkten, wo diese längst vergessenen Handwerkstechniken gezeigt und am Leben gehalten werden.

Von meinem Funkfreund Hannes, DL6NI (+), konnte ich mir einmal eine sogenannte "Damenarmbrust" aus dem 17. Jhdt. ausleihen, um Skizzen anzufertigen. Nach diesen Skizzen entstand dieser Nachbau:

Das Prinzip ist sehr einfach: Der Abzug greift direkt, ohne weitere Mechanik in die Nuß ein. Abzug und Nuß sind aus Stahl. Es gibt kein Nußbett, die Kraftabtragung in den Stock erfolgt über die Achse in die seitlichen Wangen des Stocks bzw. in die verzierten Beschläge.

 Der Stock selbst ist aus gar nicht so historischem Schichtholz, mich faszinierte allerdings die schöne Musterung, die dadurch beim Anschliff entsteht. Der Bogen selbst ist aus Federstahl, 40mm breit und 6 mm stark. Die Feder stammt aus einem Trabant Blattfeder-Paket. Die Verjüngung zum Rand hin habe ich mit der Einhand-Flex und einer Schruppscheibe erstellt. Vorsicht! Nicht zu lange auf einer Stelle schleifen, nicht zu fest ins Material reingehen! Es darf an keiner Stelle zu angelaufenenen Schliffstellen kommen....die Feder ist dort ausgeglüht, das Gefüge gestört. Die "Recurves" am Rand können nur durch Ausschmieden erreicht werden, Biegen geht bei Federstahl definitiv nicht. Ein alter Grill, Holzkohle und ein kräftiger Radiallüfter...das reicht, um die Spitzen (nicht die ganze Feder) auf Rotglut zu erwärmen.

 Die Verbindung mit dem Stock erfolgt über Hartholz Keile. Damit die Wurfarme nicht nach vorne aus dem Stock "schnalzen" erfolgt eine Einbindung nach historischem Vorbild mittels Hanfschnur und anschließender Tränkung mit Hartwachs.

Und wie geht es weiter? Im Keller liegt eine 12mm Feder eines Unimogs. Damit könnte man eine mittelalterliche "rüstungsbrechende Armbrust" nachbauen, mit Geißfuß zum Spannen.